Musik – Unvergessen

ist ein neuer Bereich der Aktivitäten von BeWoJo e.V. BeWoJo tritt hier als Projektkoordinator / Projektleiter für Musikvereine im Bereich um Herrenberg im Landkreis Böblingen in Erscheinung und unterstützt somit diese Vereine bei der Implementierung von Konzerten für und mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen.

Ein vielfältiges Musik-Erlebnis,
mit unterschiedlichen Bausteinen

Vorbereitende Aktivitäten aller Projektbeteiligten

Liedersammlung

bekannte Volkslieder werden speziell für Bläserensembles arrangiert (bekommen Vereine zur Verfügung gestellt)

Notenmaterial

Notenhefte, enthalten ca. 20 Werke (Zu Begrüßung, Abschied, Geburtstag, Jahreszeitenbezug) 4stimmige Arrangements, spielbar für Bläserklasse, Jugendorchester, Erwachsenenorchester (kleine Ensembles)

Liedhefte

werden den Konzertbesuchern zur Verfügung gestellt: Gestaltung nur als Text in Großdruck

Instrumentenbau-Workshop „Weggeworfenes zum Klingen bringen“

Bau von Büchsentrommeln, Kronkorken-Tambourin, Chipsdosenrassel o.ä. in den Pflegeeinrichtungen und/oder Tagespflege. Diese Workshops werden in allen beteiligten Ortschaften durch Wolfgang Bergler durchgeführt, er erhält hier Unterstützung von einer Fachkraft, die Erfahrung im Umgang mit Demenz hat. Zusätzlich wird eine Pflegekraft seitens der Einrichtung vor Ort sein.

Der Instrumentenbau im Vorfeld der Konzerte regt zu einer Beschäftigung mit Musik und Nutzung der Instrumente an, sowohl innerhalb der Pflegeeinrichtung als auch im häuslichen Umfeld. Die Bereitstellung von geeigneten Hörbeispielen unterstütz dies. Dadurch werden repetitiv die entsprechenden Hirnbereiche angesprochen.

Schulung

von Dirigentinnen/Dirigenten und Einlasspersonal der Konzerte durch unsere Beraterinnen, 1-2 pflegende Angehörige werden ebenfalls ihre Expertise mit einbringen. Erlernen den Umgang mit Menschen mit Demenz.


Musik-Erlebnisse

Kurze Vorabkonzerte

der Bläserklassen oder Jugendorchester in den Pflegeeinrichtungen, um Erfahrungen im Konzertieren für ältere und demenzbetroffene Menschen zu sammeln. Dauer ca. 20-30 Minuten. Literatur hier frei wählbar, gerne auch mit einem Volkslied zum Mitsingen aus Liedsammlung, Programm kann z.B. mit Gedichten angereichert werden

Demenzsensibel konzipiertes Konzert am Nachmittag

  • Programm abgestimmt auf die speziellen Bedürfnisse, Fokus auf Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen.
  • Demenzsensible*r Moderator*in mit einer feinen atmosphärischen Wahrnehmung wird durch das Konzert begleiten
  • Dauer 45 Minuten
  • Die Projektleitung organisiert Fahrdienste für mobilitätseingeschränkte Konzertbesucher.

Programm des Konzertes:

  • 3-4 Volkslieder zum Mitsingen aus Liedersammlung
  • 1 Sprichwort gemeinsam rhythmisieren und vertonen
  • 1 Werk freier Wahl, mit angeleiteten Interventionen zur Sturzprävention, Koordination, Verbindung beider Gehirnhälften etc. (Marsch, 2/4 Takt, Tempo 60-72)
  • 1 Werk freier Wahl, Begleitung durch gebastelte Instrumente
  • 3-4 Werke zum Zuhören, freie Auswahl (gerne Marsch, Walzer, Polka – auf Publikum abgestimmt)

Eintritt zum Konzert frei, für eine größtmögliche Teilhabe.


Kaffeekränzchen

Nach dem Konzert dient dieses „Kaffe-Kränzchen“ als Informationsplattform: bei Kaffee und Kuchen ist ein ungezwungener Erfahrungsaustausch und eine bereichernde Vernetzung vor allem unter Betroffenen und pflegenden Angehörigen möglich.

Wichtiger Aspekt ist aber auch, dass dieses Kaffeekränzchen einen entspannten, informellen Raum bietet für die Beratung der pflegenden Angehörigen durch die anwesenden Kooperationspartner aus den Bereichen Pflegekassen, Pflegedienste, Pflegestützpunkte, häusliche Betreuungsdienste, Angehörigengruppen, ehrenamtliche Vereinigungen (auch kirchlicher Bereich) und Musiktherapeuten.

Probleme und Anliegen sollen dabei aufgegriffen werden und neben grundsätzlichen Informationen werden auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und besprochen. Dient auch dazu, Netzwerke auf- und ausbauen, Hinweis auch auf musiktherapeutische Angebote und deren Finanzierungsmöglichkeiten. Auslage von Informationsmaterialien und Kontaktdaten.


Wünsch dir Deine Musik

Zur Weiterentwicklung und Individualisierung des Repertoires werden nach den Konzerten Postkarten verteilt mit der Frage, welche Lieblings- und Familienlieder es gibt.
Dies soll auch für den gemeinsamen Austausch und die weitere Beschäftigung zuhause inspirieren, Lieder und Werke zu finden, die bedeutungsvoll sind und mit schönen gemeinsamen Erinnerungen verknüpft sind.
Ein Zettelkasten „Wünsch Dir Deine Musik“ werden in den Ortschaften an „alltagstauglichen“ Plätzen aufgestellt (z.B. Bäckereien, Pflegeeinrichtungen, Rathaus, Banken).
Diese Maßnahme ermöglicht auch die Berücksichtigung von Liedgut aus anderen Kulturkreisen und Herkunftsländern, was vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Zielgruppen

  • Menschen mit Demenz, die sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im häuslichen Umfeld gepflegt werden
  • Pflegende Angehörige, weitere Familienmitglieder und Menschen aus Freundeskreis
  • Vorstandschaft und Dirigent*innen der Vereine
  • Vereinsmitglieder, Musikerinnen und Musiker
  • Pfleger*innen und Ehrenamtliche
  • Pflegepersonal
  • Ärztinnen und Ärzte

Ein wichtiger Fokus unseres Projekts liegt auf der Unterstützung und Stärkung der pflegenden Angehörigen.


Medienarbeit

Zentraler Punkt unseres Marketings ist die Pressearbeit, hier werden die bereits bestehenden Kontakte von Vereinsseite genutzt, um Vorberichte etc. lancieren zu können.

Weiterer Punkt ist der Druck von Werbematerialien (Plakate und Flyer), diese werden u.a. über die Kooperationspartner analog verteilt und ebenso werden ihre bestehenden und gepflegten digitalen Werbekanäle zur Verbreitung genutzt.

Darüber hinaus werden wir auf den Homepages und Social-Media-Kanälen der Vereine auf die Veranstaltungen im Rahmen des Projektes aufmerksam machen. Die Jungmusiker*innen können Flyer in allen Haushalten verteilen. Auch amtliche Mitteilungsblätter werden informiert und um Unterstützung gebeten, z.B. kostenfreie Beilage.


Unsere wissenschaftlichen Berater

  • Prof. Dr. Alexander F. Wormit (Musiktherapie, SRH Heidelberg)
  • Prof. Dr. Kai Koch (Musikgeragogik, Uni Vechta)
  • Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (Pflegewissenschaften, Gerontologie, Kath. Stiftungshochschule München)
  • Prof. Dr. med. Clemens Becker (Geriatrie, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart)

Die gesamte Projektbeschreibung können Sie sich hier auch herunterladen (kommt bald)